Die Schwäbisch Hall Altstadt blickt auf eine fast 1.000-jährige Geschichte zurück. Das spürst du an nahezu jeder Ecke. Mittelalterliche Gassen, zahlreiche Türme, überdachte Holzbrücken sowie prachtvolle Fachwerk-, Barock- und Renaissancebauten prägen das Stadtbild. Auch die Geschichte der ehemaligen Salzsiedestadt ist bis heute lebendig. Daran erinnern die historischen Salzsiedeanlagen und das alljährliche Kuchen und Brunnenfest. Besonders beeindruckend ist, wie gut die Altstadt erhalten blieb. Selbst die beiden Weltkriege überstand Schwäbisch Hall weitgehend ohne schwere Zerstörungen. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählt der Marktplatz mit dem barocken Rathaus. Ebenfalls dazu gehört die Kirche St. Michael mit ihrer imposanten Freitreppe. Entdecke bei einem Rundgang die schönsten Ecken dieser historischen Stadt.
Schwäbisch Hall Altstadt entdecken: Rundgang und Sehenswürdigkeiten
Wenn du die Sehenswürdigkeiten von Schwäbisch Hall mit dem Auto erkundest, findest du zahlreiche Parkplätze rund um die Altstadt. Wir empfehlen dir den kleinen Parkplatz „Am Holzmarkt“ oberhalb der Schwäbisch Hall Altstadt. Samstags ab 13 Uhr und sonntags parkst du hier kostenfrei. Von dort sind es nur 100 bis 150 Meter bis zum Marktplatz. Du bist also quasi sofort mitten in der Altstadt.
Der Marktplatz: Im Herzen von Schwäbisch Hall
Auf dem Marktplatz findest du gleich zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Schwäbisch Hall: das barocke Rathaus und die Kirche St. Michael. Das altehrwürdige Rathaus erstrahlt nach einer umfassenden Restaurierung wieder im alten Glanz. Besonders sehenswert sind die Deckenmalereien und Stuckaturen im Inneren.
Gegenüber thront die Kirche St. Michael aus dem 12. Jahrhundert, die das Europäische Kulturerbe-Siegel trägt. Eine imposante Freitreppe mit 53 steinernen Stufen führt dich hinauf. Stell dir vor, mit welcher Ehrfurcht die Menschen im Mittelalter davorstanden und zur hoch thronenden Kirche aufblickten. Seit 1925 finden auf der eindrucksvollen Treppe die Freilichtspiele Schwäbisch Hall statt. An lauen Sommerabenden verwandelt sich die Freitreppe vor der historischen Kulisse in eine einzigartige Theaterbühne.
Tipp: Für einen fantastischen Blick über die Altstadt lohnt sich der Aufstieg auf den 46,5 Meter hohen Kirchturm von St. Michael. Über 160 Stufen gelangst du zu einem Aussichtspunkt, von dem dir die gesamte Altstadt zu Füßen liegt.
Auch von der Freitreppe aus hast du einen schönen Blick über die Schwäbisch Hall Altstadt. Gegenüber siehst du das prächtige Rathaus und links davon die farbenfrohen Renaissancegebäude. Sie gehörten einst zu einem Franziskanerkloster, das von 1236 bis 1524 in Schwäbisch Hall bestand.
Historische Gebäude rund um den Marktplatz
Lass deinen Blick über den Marktplatz weiter nach links schweifen. Dort entdeckst du ein imposantes Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert. Auf der gegenüberliegenden Seite erwartet dich ein schöne historische Gebäude. Vor einem prächtigen Barockgebäude steht der Marktbrunnen aus dem Jahr 1509. In der ehemaligen Trinkstube trafen sich einst die Adligen von Schwäbisch Hall. Direkt hinter dem Brunnen steht etwas erhöht der historische Pranger aus den Jahren 1509 bis 1511. Hier wurden Schuldige öffentlich „an den Pranger gestellt“.
Weiter aufwärts entdeckst du das Café am Markt in einem wunderschönen Rokokogebäude und den Goldenen Adler. Dieser dient bereits seit dem 17. Jahrhundert als Gasthaus. Auch die mittelalterlichen Gebäude des heutigen Hotels Adelshof sind sehenswert. Hier kehrte einst sogar Kaiser Karl V. ein.
Durch die Herrngassen und Haalstraße zum Kocher
Bevor unser Rundgang durch die Schwäbisch Hall Altstadt weiter zum Kocher führt, lohnt sich ein Abstecher in die historischen Herrngassen. Vom Marktplatz aus gelangst du zunächst in die Obere Herrngasse. Mit ihren alten Fachwerkhäusern gehört sie zu den schönsten Gassen der Altstadt. Hier lebte 1844 sogar der Dichter Eduard Mörike.
Folge der Oberen Herrngasse bis zur Brücke über den Schiedgraben, einem Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Von hier genießt du einen fantastischen Blick auf die Katharinenvorstadt und die Kocherinseln Grasbödele und Unterwöhrd. Direkt unterhalb der Brücke liegt das Hällisch-Fränkische Museum mit interessanten Ausstellungen zur Geschichte, Kunst und Kultur der ehemaligen Reichsstadt. Oberhalb erhebt sich der mächtige Neubau, ein ehemaliges Zeughaus und Getreidespeicher aus dem 16. Jahrhundert. Heute finden hier unter anderem Konzerte und Theateraufführungen statt.
Über die Untere Herrngasse führt dich dein Weg zurück zur Haalstraße. Auch hier erwarten dich historische Fachwerkhäuser und schöne Fotomotive, die dich ins Mittelalter zurückversetzen. An der Ecke zur Unteren Herrngasse steht eine besondere Sehenswürdigkeit: das älteste Fachwerkhaus von Schwäbisch Hall aus dem Jahr 1289.
Nun geht es die Haalstraße hinunter zum Kocher. Straße ist fast zu viel gesagt, denn die schmale Gasse schlängelt sich malerisch zwischen historischen Fachwerkhäusern bergab. Schließlich erreichst du den von Kastanienbäumen gesäumten Platz „Im Haal“ direkt am Kocherufer.
Über die historischen Brücken zu den Kocherinseln
Geh nun nach links, vorbei an einer Eisdiele und einem gemütlichen Gasthaus. Schon erreichst du den Sulfer Steg. Die überdachte Holzbrücke stammt aus den Jahren 1779/80 und führt dich über alte Holzbohlen auf die Kocherinsel Grasbödele. Besonders beeindruckend ist der Blick durch die Holzkonstruktion der Brücke auf die malerischen Fachwerkhäuser der Schwäbisch Hall Altstadt. Wenn du Romantik suchst, findest du auf der grünen Kocherinsel Grasbödele bestimmt ein schönes Plätzchen. Direkt am Fluss genießt du die Natur und die historische Kulisse der Altstadt. Hier fühlst du dich fast wie in einer anderen Zeit.
Von der Insel Grasbödele führt der Steinerne Steg zurück in die Altstadt und weiter zur deutlich größeren Kocherinsel Unterwöhrd. Diese ist streng genommen eine Halbinsel. Die malerische Steinbrücke mit ihren fünf Bögen stammt ursprünglich aus dem Jahr 1516.
Tipp: Setz dich auf die Brückenmauer und genieße die besondere Atmosphäre der Schwäbisch Hall Altstadt.
Auf Unterwöhrd erwartet dich ein weitläufiger Platz mit bequemen Bänken zum Verweilen. Ein gemütlicher Biergarten lädt zum Entspannen ein. Gleich gegenüber steht das Theater Neues Globe, in dem unter anderem Shakespeare-Stücke aufgeführt werden.
Über den Roten Steg in die Katharinenvorstadt
Unser Spaziergang durch die Schwäbisch Hall Altstadt führt dich weiter über den Roten Steg. Dies ist eine historische Holzbrücke mit Ursprüngen im 14. Jahrhundert. Hier kannst du das Mittelalter geradezu spüren. Auf der anderen Seite erwartet dich ein schönes Ensemble aus Fachwerkhäusern. Du erreichst die Katharinenvorstadt, die im 14. Jahrhundert entstand und einst zahlreiche Handwerker beherbergte.
Geh nun nach rechts und folge der Maurerstraße am Kocherufer entlang. Auf der linken Seite entdeckst du das historische Sudhaus der ehemaligen Löwenbrauerei und die moderne Kunsthalle Würth. Ein kleiner Abstecher lohnt sich: Über die Brüdergasse gelangst du hinauf zum Platz vor der Kunsthalle. Von hier genießt du einen fantastischen Blick über die Schwäbisch Hall Altstadt.
Anschließend führt dich die Kirchgasse wieder hinunter zur Maurerstraße. Folge ihr weiter bis zur Henkersbrücke. Beim Überqueren der steinernen Brücke lohnt sich ein Blick zurück auf die malerischen Fachwerkhäuser am Kocherufer. In der Mitte der Brücke kommst du am Henkershaus vorbei. Stell dir vor, wie beengt der Henker hier einst lebte. Neben seiner Tätigkeit als Henker kassierte er auch Zölle von den Menschen, die nach Schwäbisch Hall kamen. Auf der anderen Kocherseite erreichst du wieder den historischen Stadtkern.
Über die Neue Straße führt dich dein Weg nun bergauf zurück zum Marktplatz. Unterwegs kommst du an zahlreichen Geschäften vorbei, bevor du schließlich wieder deinen Ausgangspunkt erreichst.
Gelbinger Gasse und Josenturm
Wer jetzt noch nicht genug hat, sollte sich auch die Gelbinger Gasse ansehen. Vom Marktplatz gelangst du über die Marktstraße dorthin. In der verkehrsberuhigten Gasse findest du zahlreiche historische Fachwerkhäuser. Zudem gibt es dort kleine Geschäfte und gemütliche Cafés. Besonders sehenswert ist der Josenturm mit seinem markanten Fachwerkaufsatz. Er gehörte einst zur Kapelle St. Jodokus und war zugleich Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Ein beliebtes Fotomotiv erwartet dich an der Treppe zum Landratsamt. Die Bronzeskulptur des Künstlers Karl-Henning Seemann aus dem Jahr 1981 zeigt unter anderem einen störrischen Esel. Auf ihm nehmen besonders Kinder gerne für ein Erinnerungsfoto Platz. Eine Besonderheit sind die bronzenen Seile, die gleichzeitig als Treppengeländer dienen.
Schwäbisch Hall: Reichtum durch das weiße Gold
Bereits um 500 v. Chr. gewannen die Kelten in Schwäbisch Hall Salz. Die Siedlung Hall wurde 1037 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich unter der Herrschaft der Staufer rasant. Salz galt im Mittelalter als kostbares „weißes Gold“ und brachte der Stadt Reichtum und Einfluss. Schwäbisch Hall erhielt Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht. Zu dieser Zeit entstand auch der berühmte Heller.
Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Schwäbisch Hall zu einer bedeutenden Reichsstadt mit großem Herrschaftsgebiet. Der hier geprägte Heller galt als „Euro des Mittelalters“ und erhielt seinen Namen von der Stadt. Weder der Dreißigjährige Krieg noch der verheerende Stadtbrand von 1728 schwächten den Wohlstand durch Salzgewinnung sowie Salz- und Weinhandel dauerhaft. Mit der Eingliederung in Württemberg endete 1802 die Eigenständigkeit der Reichsstadt. Zwei Jahre später übernahm der württembergische Staat die Rechte an der Saline.










